ATP Wetten in der Schweiz: wer anbieten darf, was Quote und Spielplan prägen
Stand: 20 Oktober 2026 · Geprüft gegen die Gespa-Liste zugelassener Sportarten und Wettbewerbe sowie gegen die Spielregeln Sporttip Version 4.2.

Wer in der Schweiz auf die ATP Tour wetten will, hat vor jeder Quotenwahl eine andere Frage zu beantworten: Wer darf hier überhaupt anbieten? Die Antwort darauf ist kürzer als die meisten Werbeversprechen, und sie bestimmt, welche Märkte überhaupt sichtbar werden. Auf dieser Seite stehen die zwei bewilligten Veranstalter im Mittelpunkt – Swisslos mit Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport – sowie die acht ausländischen Marken, die in der Werbung auftauchen, aber keine Schweizer Bewilligung besitzen. Dazwischen liegt das, was eine Wette auf Tennis tatsächlich entscheidet: Belag, Form und die Marge, die in jeder Quote steckt.
Inhaltsverzeichnis
- Die Rechtslage: nur zwei Veranstalter sind bewilligt
- Spielerschutz: wer sich selber Grenzen setzt
- Wettarten und Quoten: wie eine Tennisquote entsteht
- ATP Tour 2026: der Spielplan der Herrentour
- Die zehn Anbieter im Vergleich
- Rechnen mit Quoten: ein Beispielmarkt
- Wettprogramme, Limits und Auszahlung: was die Praxis prägt
- Steuern, Werbung und der Vergleich zu Auslandsquoten
- Wann der Wechsel ins Ausland Sinn ergibt – und wann nicht
- Häufige Fragen
Die Rechtslage: nur zwei Veranstalter sind bewilligt
Die Ausgangslage ist ungewöhnlich klar. Das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit dem 1. Januar 2019) regelt Sportwetten als Grossspiel und weist die Aufsicht der Gespa zu, der Interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern. Eine Bewilligung braucht sowohl eine Veranstalterbewilligung als auch eine Spielbewilligung pro Wetttyp (Art. 21–25 BGS), und sie gilt ausschliesslich in der Schweiz (Art. 4 BGS). Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter begrenzt: Genau zwei dürfen Sportwetten anbieten.

Swisslos Sporttip und Loterie Romande Jouez Sport – die einzigen bewilligten Veranstalter
Swisslos, die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, veranstaltet ihre Sportwetten unter dem Namen Sporttip. Grundlage ist die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Das Vertragsgebiet umfasst die Deutschschweizer Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Wer dort wohnt, kann online ein Konto eröffnen – mehr dazu im Abschnitt zum Spielerschutz.
Die Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande) führt ihr Pendant unter dem Namen Jouez Sport und betreut die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Die Kontaktadresse lautet Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne; das Unternehmen zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.

Was beworben werden darf und was nicht
Die Gespa führt die Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Version 10.09.2026, gestützt auf Art. 25 BGS und Art. 29 VGS). Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehshows sind ausgeschlossen, ebenso Veranstaltungen mit überwiegend Minderjährigen (Art. 25 Abs. 2 BGS). Die Liste zeigt weder Eckball- oder Kartenmärkte noch einen E-Sport-Bereich. Was nicht auf der Liste steht, darf nicht angeboten werden – ein Turnier, das hier fehlt, ist beim Schweizer Veranstalter auch nicht im Programm.
Werbung für ausländische Anbieter ist in der Schweiz verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und wird mit einer Busse bis zu CHF 500’000 geahndet (Art. 131 BGS). Werbung der bewilligten Veranstalter darf weder aufdringlich noch irreführend sein und richtet sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen (Art. 74 BGS). Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS); 2025 erteilte die Aufsicht 24 Einwilligungen an Loterie Romande und 8 an Swisslos.
Ausländische Marken ohne Schweizer Bewilligung
Eine ausländische Lizenz aus Malta, Curaçao oder Deutschland hat in der Schweiz keine Wirkung. Acht Marken treten hier nur als Referenz auf, weil Schweizer Spielerinnen und Spieler ihnen im Internet begegnen: Rabona, Jackbit, Sportuna, Fezbet, Boomerang Bet, PowBet, HornetBet und BetFury. Keine dieser Marken verfügt über eine Schweizer Bewilligung; sie sind nicht an das Schweizer Ausschlussregister angeschlossen, und im Konfliktfall gibt es keinen Schweizer Rechtsweg. Die Gespa kann ihre Domains auf die Sperrliste setzen (DNS-Block); Ende 2025 umfasste die Liste 671 Domains.
Die Spielerinnen und Spieler macht das nicht strafbar. Aber: Einsätze und Gewinne können in Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, es fehlt die Schweizer Spielsucht-Kontrolle, und Gewinne aus ausländischen Grossspielen behandelt etwa der Kanton Thurgau unabhängig vom Betrag als voll steuerbares Einkommen. Das ist die offene Rechnung, die jede Auslandsquote mit sich trägt.
Spielerschutz: wer sich selber Grenzen setzt
Spielerschutz in der Schweiz beginnt nicht bei einer Hotline, sondern bei den eigenen Einstellungen im Konto. Das Gesetz schreibt den Veranstaltern vor, dass Spielende vor der ersten Wette Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen müssen (Art. 87 VGS). Swisslos setzt die Obergrenze auf CHF 9’999 und auf CHF 1’000 für unter 21-Jährige, sofern die Identitätsprüfung das Alter bestätigt; eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden – Swisslos wendet diese längere Frist in den eigenen Bedingungen an.
Verlustlimiten, Einzahlungslimiten und die Sperre
Bei Swisslos kommen zur Verlustlimite freiwillige Einzahlungslimiten für 30 Tage hinzu, die unabhängig vom Verlust greifen. Loterie Romande bietet in seinem Online-Bereich eine vergleichbare Steuerung. Eine Sperre ist bei Swisslos produktbezogen für 1 bis 180 Tage möglich und lässt sich nicht vor Fristablauf aufheben; eine unbefristete Spielsperre wird im schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos, Online-Casinos und das Fürstentum Liechtenstein. Freiwillige Sperren kann die Gespa erst nach drei Monaten aufheben (Art. 84 VGS), und eine Fachstelle wird einbezogen (Art. 81 BGS).
Geld, Auszahlung und Volljährigkeit
Die Volljährigkeit gilt ab 18 Jahren. Eine Spielsperre muss bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren; die Identität wird per Ausweis verifiziert und mit Adressdatenbanken abgeglichen. Auszahlungen gehen ausschliesslich auf ein Konto im eigenen Namen (Art. 50 Abs. 2 VGS) – anonyme Auszahlungen und Kryptowährungen sind im bewilligten Markt nicht vorgesehen, Kredit an Spielende ist verboten (Art. 75 Abs. 1 BGS). Minderjährige und gesperrte Personen haben keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn (Art. 45 BGS). Das klingt streng, und ein Test der Gespa aus dem Verkauf 2025 zeigt, dass an Verkaufsstellen in 47.5 % von 200 Fällen an Minderjährige verkauft wurde – das System ist nicht hermetisch, aber die Regeln für das Online-Konto sind es.
Wettarten und Quoten: wie eine Tennisquote entsteht
Eine Tennisquote sieht schlichter aus als eine Fussballquote: zwei Spieler, ein Sieg, zwei Zahlen. In der Mechanik steckt trotzdem mehr, als die Werbung verrät. Wer auf die ATP Tour setzt, wettet auf einen Markt mit nur zwei möglichen Ausgängen pro Match, und die Quoten beider Seiten ergeben zusammen einen Quotenschlüssel, der je nach Anbieter und Markt zwischen knapp 90 % und etwas darüber liegt.
Spielsieger, Satzwetten, Handicaps und Über/Unter
Die Grundform ist der Spielsieger – wer gewinnt das Match. Bei Best-of-Three zählen nur die Sätze bis zum zweiten Satzgewinn, bei Grand-Slam-Turnieren der Herren bis zum dritten. Satzwetten erlauben die Vorhersage des exakten Satzkontos (2:0 oder 2:1), Handicaps gleichen einen vermeintlichen Vorteil an, indem einem Spieler ein virtueller Satz oder ein Spielbonus abgezogen wird, und Über/Unter-Wetten setzen auf die Anzahl Games eines Matches. Die Wahl der Wettart verändert die Verteilung des Risikos: Eine Satzwette 2:0 bringt eine höhere Quote, weil sie zwei richtige Vorhersagen verlangt, schlägt aber mit höherer Varianz zu Buche.
Wie die Marge in jeder Quote steckt
Eine faire Münze hätte zwei Quoten von 2.00 auf jeder Seite – beide Summen ergeben 1, der Auszahlungsschlüssel wäre 100 %. Jeder Anbieter kürzt die Quoten leicht. Liegen beide Seiten bei 1.90, ergibt sich der Auszahlungsschlüssel aus 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 0.95 – fünf Prozent fliessen an den Veranstalter, und genau das ist die Marge dieses Marktes. Bei Tennismatchs liegen typische Margen je nach Anbieter und Zeitpunkt im Bereich von etwa 4 bis 7 Prozent; auf Livewetten und exotische Märkten kann die Marge deutlich höher ausfallen.
Warum Belag und Form mehr wiegen als der Name
Die Setzliste folgt nicht dem Ranking; sie folgt der jüngsten Form auf dem jeweiligen Belag. Sandplatzspezialisten wiegt die Weltrangliste schwächer als ihre Sandquote, auf Hartplatz kehrt sich das Verhältnis um. Das wirkt sich direkt auf die Quote aus: Ein Spieler, der auf Sand in zwölf Matches ungeschlagen ist, geht nicht mit 2.20 in ein Match gegen einen nominell stärkeren Gegner, der seit zwei Jahren auf Sand kaum gespielt hat. Wer Quoten vergleicht, sollte das Wettprogramm der nächsten Woche mit der Formkurve der Spieler auf dem aktuellen Belag kreuzen.
Verlegte oder abgesagte Matches
Die Bedingungen von Sporttip sehen vor, dass ein Wettereignis innerhalb von 48 Stunden nachgeholt werden muss, sonst wird die Wette rückerstattet. Wird ein Spiel verlegt und am nächsten Tag zu Ende gespielt, bleibt die Wette in der Regel aktiv. Was bei den offiziellen Regeln der ATP als «letzte Partie des Spieltages» oder «abgesagt wegen Regen» zählt, behandelt jeder Veranstalter etwas anders; die Spielregeln Sporttip Version 4.2 sind die genauere Lesefassung dafür.
Wie der Gewinn entsteht
Eine Einzelwette multipliziert den Einsatz mit der Quote. Wer CHF 10 auf eine Quote von 1.85 setzt, erhält bei einem Sieg den Bruttobetrag von CHF 18.50 zurück; davon sind CHF 10 Einsatz und CHF 8.50 Nettogewinn. Bei Kombiwetten werden die Einzelquoten multipliziert, und der Gesamtbetrag wird nach Swisslos-Regel zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.
ATP Tour 2026: der Spielplan der Herrentour
Wer auf ATP wetten will, sollte den Spielkalender im Kopf haben. Die ATP Tour beginnt um den Jahreswechsel und endet Mitte November; seit 2012 dauert die Winterpause sieben statt fünf Wochen. Vier Grand-Slam-Turniere (Australian Open, French Open, Wimbledon, US Open) zählen nicht zur ATP Tour und werden vom Weltverband ITF veranstaltet; sie stehen trotzdem im Wettprogramm beider Schweizer Veranstalter.
Die Hierarchie der Turniere
Die ATP Tour 2025 umfasste 9 Masters-1000-Turniere, 16 ATP-500-Turniere und 30 ATP-250-Turniere. Im Vergleich zur Saison 2024 sind drei Städte – Dallas, Doha und München – von der 250er- in die 500er-Kategorie aufgestiegen, womit die Zahl der Masters-1000 unverändert blieb. Die Saison 2026 startet am 2. Januar; Carlos Alcaraz gewann bei den Australian Open 2026 das Herreneinzel-Finale gegen Novak Đoković mit 2:6, 6:2, 6:3, 7:5.
Die Masters-1000-Turniere sind das höchste Niveau unterhalb der Grand Slams: Pflichtturniere für die besten Spieler, dichte Felder, hohe Preisgelder. Die 500er-Kategorie folgt, dann die 250er als Einstiegspunkt und Testbühne für Aufsteiger. Was die Quote macht, ist nicht die Kategorie allein, sondern die Besetzung. Ein Masters-1000 mit drei verletzten Top-10-Spielern hat schlechtere Pre-Match-Quoten als ein 250er mit dem amtierenden Weltnummer-Einen im Feld.
Die ATP Finals als Saisonabschluss
Im November treffen sich die acht besten Spieler der Saison beim Saisonabschluss, den ATP Finals. Die Gruppenphase spielt round robin; wer die Round-Robin-Phase übersteht, zieht ins Halbfinale ein. Wer hier wetten will, sollte wissen, dass die Einsätze vor dem ersten Match fällig werden und das Format wenig Spielraum für eine späte Formkurve lässt – wer fit ankommt, gewinnt; ein «Aufwärmen» wie bei Grand Slams gibt es nicht.
Was die Gespa-Liste über Tennis sagt
Die Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten weist den Herren- und Damenbereich separat aus; ohne explizite Listung ist kein Wettmarkt erlaubt. Trainingsläufe, Qualifikationsrunden, die nicht ausdrücklich zugelassen sind, und Damenturniere ausserhalb der Listung fallen auseinander. Die Folge: Wer auf ein Challenger- oder ITF-Turnier wetten will, prüft, ob dieses auf der Gespa-Liste steht, bevor er sich auf das Wettprogramm der Veranstalter verlässt.
Die zehn Anbieter im Vergleich
Die folgende Übersicht führt die zwei bewilligten Schweizer Veranstalter zuerst, dann die ausländischen Marken ohne Schweizer Bewilligung. Beide Gruppen sind getrennt zu lesen: Die Spalte zur Bewilligung unterscheidet sich strukturell, und keine ausländische Marke wird durch den Vergleich aufgewertet.
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalter / ausgewiesene Lizenz |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa | Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Lausanne |
| Rabona | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Eigenangabe nicht belegt, in der Schweiz ohne Wirkung |
| Jackbit | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Eigenangabe nicht belegt, in der Schweiz ohne Wirkung |
| Sportuna | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Eigenangabe nicht belegt, in der Schweiz ohne Wirkung |
| Fezbet | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Eigenangabe nicht belegt, in der Schweiz ohne Wirkung |
| Boomerang Bet | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Eigenangabe nicht belegt, in der Schweiz ohne Wirkung |
| PowBet | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Eigenangabe nicht belegt, in der Schweiz ohne Wirkung |
| HornetBet | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Eigenangabe nicht belegt, in der Schweiz ohne Wirkung |
| BetFury | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Eigenangabe nicht belegt, in der Schweiz ohne Wirkung |
Die Trennung ist die wichtigste Information der Tabelle. Wer in der Deutschschweiz wohnt, kann nur bei Swisslos ein Konto eröffnen; wer in der Romandie wohnt, nur bei Loterie Romande. Die acht ausländischen Marken akzeptieren Schweizer Spielerinnen und Spieler faktisch, aber ohne Schweizer Bewilligung, ohne Schweizer Sperrregister und ohne Schweizer Rechtsweg im Konfliktfall.
Swisslos Sporttip – die Referenz für die Deutschschweiz
Sporttip führt den Löwenanteil des Schweizer Tenniswettmarktes, weil das Vertragsgebiet von der Bevölkerung her die grössere Hälfte abdeckt. Das Wettprogramm zur ATP Tour listet Spiele ab dem ersten offiziellen Turniertag der Saison; die Gespa-Liste bestimmt die verfügbaren Wettarten, und Cash-Out ist für Einzel-, Kombi- und Langzeitwetten verfügbar, vor Spielbeginn und live, jedoch nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Eine Garantie, dass jeder Markt einen Cash-Out-Knopf bekommt, gibt Swisslos nicht.
Bei den Einsätzen gilt: Mindestens CHF 1, höchstens CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombiwette, höchstens CHF 10’000 pro Systemwette; die Limits kann Swisslos jederzeit ohne Angabe von Gründen anpassen, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Bei Livewetten zählt eine Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird, und Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, wertet Swisslos mit Quote 1.00 – das Geld geht zurück.
Der Sporttip-Kombiboost gilt online, ob Prematch, Live oder Systemwette, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit Einzelquote von mindestens 1.50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert, ein Cash-Out lässt den Boost verfallen.
Wer mit kleiner Bankroll setzt und die Gespa-Sperrliste im Hintergrund weiss, ist hier am richtigen Ort. Wer höhere Limits oder Echtzeitquoten auf Live-Märkten erwartet, die der Anbieter nicht garantiert, wird mit dem Cash-Out-Knopf allein nicht bedient.
Loterie Romande Jouez Sport – die Referenz für die Romandie
Loterie Romande führt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone. Das Wettprogramm zur ATP Tour entspricht in der Struktur dem von Sporttip und folgt derselben Gespa-Liste; Unterschiede liegen in der Oberfläche, der Werbung und der Promotionsmechanik. Wer in Genf, Lausanne oder Sitten wohnt, hat hier Zugang – und nur hier, weil die Vertragsgebiete sich nicht überschneiden.
Jouez Sport arbeitet mit denselben Spielerschutzregeln: Verlustlimiten vor der ersten Wette, freiwillige Sperre, volljährig ab 18. Die Sperre gilt im gemeinsamen Register und damit auch für Sporttip und die Schweizer Casinos.
Der Vorteil von Jouez Sport liegt in der Marktnähe für die Romandie, nicht in besseren Quoten – Quoten werden zentral von der Gespa-Aufsicht geprüft und sind meist nahe am Marktdurchschnitt. Wer ein Konto in der Romandie eröffnet, bekommt eine Schweizer Oberfläche, Schweizer Zahlungswege und einen Rechtsweg in der Schweiz.
Ausländische Marken ohne Schweizer Bewilligung — Die zehn Anbieter im Vergleich
Die übrigen acht Einträge teilen sich ein gemeinsames Profil, das in der Tabelle nicht aufgelöst wird. Jede dieser Marken wirbt mit einem grossen Wettprogramm, vielen Sonderwetten und Promotions, die kein Schweizer Veranstalter bieten kann. Jede dieser Marken verlangt von Schweizer Spielerinnen und Spielern, dass sie das Wettkonto im Ausland führen und Gewinne über eine ausländische Bankverbindung auszahlen lassen. Im Streitfall gilt das Recht des Sitzstaates des Anbieters; der Weg zur Schweizer Aufsicht ist versperrt.
Was die Werbung verschweigt: Ausländische Marken können jederzeit auf die Gespa-Sperrliste gesetzt werden und damit per DNS für Schweizer Provider unerreichbar werden; das passiert schnell und ohne Vorwarnung. Boni und Promotionen unterliegen den Bedingungen des Anbieters und fallen typischerweise strenger aus, als die Werbung andeutet – Mindestquoten, Umsatzbedingungen, Maximalgewinne aus Gratiswetten sind üblich.
Wer dennoch dort spielt, sollte genau prüfen, welche Lizenz die Marke führt und ob diese im Ernstfall eingreift, welche Auszahlungswege sie anbietet, und ob die Domäne stabil erreichbar bleibt. Die Gespa kann die Sperrung innert Stunden aktualisieren, sobald die Marke mit neuem Domainnamen auftaucht («Domain-Hopping»); das kann den Zugriff während einer laufenden Wette unterbrechen.
Rechnen mit Quoten: ein Beispielmarkt
Wer wissen will, was eine Quote real kostet, rechnet den Auszahlungsschlüssel nach. Für einen Markt mit zwei Ausgängen – Spieler A oder Spieler B – verteilen sich die Einsätze so, dass die Quoten beider Seiten zusammen einen Schlüssel ergeben, der unter 100 % liegt, sobald die Marge des Anbieters berücksichtigt ist.
Nehmen wir ein ausgeglichenes Match mit Quoten von 1.90 auf Spieler A und 1.90 auf Spieler B. Der Auszahlungsschlüssel berechnet sich als 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90). Das ergibt 1 ÷ (0.5263… + 0.5263…) = 1 ÷ 1.0526 = 0.95, also 95 %. Die Marge dieses Marktes liegt entsprechend bei etwa 5 %.
Was das für die Wette heisst: Bei einem Einsatz von CHF 10 auf Spieler A zur Quote 1.90 erhält die Wettperson bei einem Sieg von Spieler A CHF 19 zurück, davon CHF 10 Einsatz und CHF 9 Nettogewinn. Über lange Sicht – wenn die Quoten die echten Wahrscheinlichkeiten abbilden – zahlt der Markt 95 Rappen pro eingesetzten Franken zurück, und 5 Rappen verbleiben beim Anbieter. Das ist die faire Vergleichsbasis für jede zweite Tennisquote im Programm: Eine Marge zwischen 4 % und 6 % gilt als normal, deutlich höhere Margen vor allem bei Livewetten und exotischen Märkten schmälern den Erwartungswert spürbar.
Diese Rechnung gilt für ein gerechtes Match. Spielt der klare Favorit mit Quote 1.20, Spieler B mit Quote 4.50, ergibt sich ein Auszahlungsschlüssel von 1 ÷ (1/1.20 + 1/4.50) = 1 ÷ (0.8333… + 0.2222…) = 1 ÷ 1.0556 = 0’947, also etwa 94.7 % – die Marge bleibt im ähnlichen Bereich; was sich ändert, ist das Risiko, weil der Favorit öfter gewinnt.
Wettprogramme, Limits und Auszahlung: was die Praxis prägt
Wer über die zwei bewilligten Veranstalter hinaus vergleicht, sollte die Spielregeln Version 4.2 als Lesefassung nehmen, weil sie den aktuellen Stand der Bedingungen abbildet. Drei Mechaniken tauchen immer wieder auf und entscheiden, was eine Wette real kostet.
Mindesteinsatz, Höchsteinsatz und der Rundungsmodus
Der Mindesteinsatz bei Sporttip beträgt CHF 1; der Höchsteinsatz liegt bei CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 10’000 pro Systemwette. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Loterie Romande folgt ähnlichen Strukturen. Wer höhere Einsätze wagen will, stösst hier an die Decke, und der Weg führt ausschliesslich zu ausländischen Anbietern – mit den im Abschnitt «Ausländische Marken ohne Schweizer Bewilligung» beschriebenen Folgen für Bewilligung und Rechtsweg.
Der Gewinnbetrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Für die Wettperson hat das wenig Bedeutung, weil der Effekt im Bereich von 0.05 CHF pro Wette liegt. Bei sehr hohen Quoten mit langer Nachkommastelle wird der Effekt messbarer.
Livewetten, Cash-Out und Spielentscheidende Situationen
Livewetten sind erlaubt, vor und während des Matches. Swisslos wertet Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, mit Quote 1.00 – die Wette wird storniert und der Einsatz zurückerstattet. In spielentscheidenden Situationen (Elfmeter, Rote Karte, Schiedsrichter-Entscheid) kann Swisslos Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten.
Cash-Out ist bei Sporttip verfügbar, jedoch nur online, nur vollständig (ohne Teilauszahlung) und nicht garantiert für jeden Markt. Einmal ausgeführt, lässt sich Cash-Out nicht rückgängig machen. Der Betrag liegt unter dem potenziellen Gewinn bei regulärem Wettenabschluss.
Kombiwetten und voneinander abhängige Ereignisse
Wer auf mehrere Spiele setzt, kann das mit der Kombiwette machen. Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert; nimmt der Anbieter irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann er die ganze Kombiwette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.
Steuern, Werbung und der Vergleich zu Auslandsquoten
Wer in der Schweiz auf Tennis wettet, will auch wissen, was vom Gewinn übrig bleibt. Hier wird die Sache kantonal, und die Antwort hängt vom Wohnort ab.
Steuerfreibetrag und Verrechnungssteuer
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn. Die Bundesschwelle liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000; im Vorjahr 2025 waren es CHF 1’070’400. Über dieser Schwelle führt der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab, die mit der Steuererklärung zurückgefordert werden können. Kantonal ist die Schwelle tiefer, was die Steuerpraxis vom Wohnsitzkanton abhängig macht («je nach Kanton»).
Ein typischer Wettgewinn liegt weit unter dem Freibetrag: keine Einkommenssteuer, keine Verrechnungssteuer. Die Frage wird erst interessant, wenn eine Kombiwette mit hoher Gesamtquote einen Gewinn im fünfstelligen Bereich abwirft – dann lohnt sich ein Blick in die kantonale Steuerpraxis.
Gewinne aus ausländischen Wetten
Bei Gewinnen ausländischer Anbieter greift die Verrechnungssteuer nicht. Allerdings behandelt der Kanton Thurgau Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig vom Betrag als voll steuerbares Einkommen; andere Kantone kennen differenzierte Regelungen. Das ist keine pauschale Aussage, sondern ein Hinweis, dass eine verbindliche Auskunft nur die kantonale Steuerverwaltung oder ein Steuerberater geben kann.
Werbung – was erlaubt ist und was nicht
Die Werberegeln sind eindeutig: Werbung für nicht in der Schweiz bewilligte Anbieter ist verboten und wird mit Busse bis zu CHF 500’000 geahndet. Werbung der bewilligten Veranstalter unterliegt den Regeln von Art. 74 BGS: keine aufdringliche oder irreführende Werbung, keine Ausrichtung auf Minderjährige oder gesperrte Personen. Eine zeitliche Werbe-Sperre (etwa nachts) gibt es nicht.
Wann der Wechsel ins Ausland Sinn ergibt – und wann nicht
Wer aus der Schweiz ausweicht, weil das Schweizer Wettprogramm zu klein wirkt, sollte drei Dinge prüfen, bevor ein Konto eröffnet wird.
Erstens: Wird das Turnier, auf das gewettet werden soll, überhaupt im ausländischen Programm zur ATP Tour gelistet? Ausländische Anbieter haben oft ein grösseres Programm, aber bei Challenger- oder ITF-Turnieren bleibt das Angebot auch dort dünn.
Zweitens: Welche Lizenz führt der Anbieter tatsächlich? Eine Lizenz aus Curaçao ist kein Indikator für Spielerschutz in der Schweiz; eine Lizenz aus Malta, die mit Geldwäsche- und Identitätsregeln arbeitet, ist eher vergleichbar mit der Schweizer Aufsicht – aber sie gilt in der Schweiz nicht.
Drittens: Wie erfolgt die Auszahlung? Wer mit Schweizer Bankkonto auszahlen will, sollte prüfen, ob die ausländische Marke CHF-Auszahlungen akzeptiert; vielen ist nur EUR oder USD möglich, und die Wechselkosten fressen einen Teil des Gewinns.
Wer auf Tenniswetten Wert auf Sicherheit, klare Regeln und einen Schweizer Rechtsweg legt, ist mit Sporttip oder Jouez Sport am richtigen Ort. Wer höhere Limits und mehr Märkte braucht und bereit ist, die Konsequenzen einer ausländischen Plattform zu tragen, hat Alternativen – muss aber mit der Gespa-Sperrliste rechnen.
Häufige Fragen
Auf welche ATP-Turniere kann in der Schweiz gewettet werden?
Die Gespa-Liste führt jene ATP-Turniere, die von den beiden Schweizer Veranstaltern ins Wettprogramm aufgenommen werden dürfen; Grand-Slam-Turniere sind gelistet, ebenso ATP-1000-, 500- und 250-Turniere, soweit sie in der jeweiligen Gespa-Version erscheinen. Challenger und ITF Future Tour tauchen in der Regel nicht auf.
Wie entsteht die Quote bei einem Tennismatch, und welchen Einfluss hat der Belag?
Die Quote spiegelt die Einschätzung beider Spieler wider, korrigiert um die Marge des Anbieters; bei ausgeglichenen Spielern liegen beide Quoten nahe 1.90 statt 2.00, was die Marge sichtbar macht. Sandplatzspezialisten erhalten auf Sand kürzere Quoten als auf Hartplatz, weil ihre Formkurve dort deutlicher ausschlägt.
Wie wird eine Wette behandelt, wenn ein Ereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nachgeholt wird?
Die Spielregeln Sporttip Version 4.2 sehen eine Erstattung des Einsatzes vor, wenn ein Ereignis nicht innerhalb von 48 Stunden nachgeholt wird; bei Verschiebung und Nachholung am Folgetag bleibt die Wette in der Regel aktiv.
Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote?
Der Gewinn ergibt sich aus Einsatz mal Quote; bei einer Einzelwette mit CHF 10 Einsatz und Quote 1.85 erhält die Wettperson bei einem Sieg CHF 18.50 zurück, davon CHF 10 Einsatz und CHF 8.50 Nettogewinn. Bei Kombiwetten werden die Einzelquoten multipliziert.
Welche Verlustlimiten und welche Spielsperre gelten bei den beiden Schweizer Veranstaltern?
Vor der ersten Wette müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit Höchstwert CHF 9’999 (unter 21 Jahren CHF 1’000); eine Sperre ist für 1 bis 180 Tage möglich, eine unbefristete Sperre gilt im schweizweiten Register und damit auch für Casinos und Liechtenstein.
Sind Gewinne steuerfrei, und was bedeutet «je nach Kanton» beim Steuerfreibetrag?
Gewinne aus Schweizer Grossspielen sind bis zur Bundesschwelle von CHF 1’071’000 pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei, darüber werden 35 % Verrechnungssteuer abgeführt. Kantonal liegt die Schwelle tiefer, was die genaue Behandlung vom Wohnsitzkanton abhängig macht – daher die Formulierung «je nach Kanton».
Erstellt vom Redaktionsteam „Wettprognoseportal”.
