Wo in der Schweiz die besten Wettquoten stehen und was eine Quote tatsächlich sagt

Updated Oktober 2026
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Wer in der Schweiz nach den besten Wettquoten sucht, landet schneller bei einer Grundsatzfrage als bei einer Tabelle. In diesem Markt gibt es nicht zehn Anbieter, die um jede Fussballquote konkurrieren, sondern zwei – Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Beide haben eine Schweizer Bewilligung, beide sind durch die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020) abgesichert, und beide sind die einzigen Veranstalter, die in der Schweiz überhaupt Sportwetten anbieten dürfen. Wer eine höhere Quote sucht, hat darum weniger die Wahl zwischen Marken als zwischen den beiden Produkten und der Frage, in welchem Kanton der Wohnsitz liegt.

Ein leerer Wettschein aus Papier liegt auf einem Holztisch neben einem Bleistift und einem Kaffeebecher.
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Das Verständnis von Wettquoten erfordert einen Blick hinter die Kulissen: Wie eine Wettquote entsteht, was die Marge darin bedeutet, wie sich die Quoten zwischen den beiden Schweizer Veranstaltern unterscheiden, und warum ausländische Anbieter in der Vergleichstabelle auftauchen, ohne mit ihnen zu werben. Wer eine Quote liest, sollte verstehen, was sie über die Wahrscheinlichkeit sagt – und was sie über das Haus verschweigt.

Stand: 20 Oktober 2026 · Geprüft gegen die Spielregeln von Sporttip (Version 4.2) sowie die Réglement Jouez Sport (17e édition, September 2024).

Wettquoten in der Schweiz: was «die beste Quote» überhaupt bedeuten kann

Eine Wettquote ist zuerst eine Wahrscheinlichkeit in verkleideter Form. Eine Quote von 2.00 drückt rechnerisch aus, dass der Anbieter den Ausgang mit fünfzig Prozent erwartet – die Faustregel 1 / Quote liefert diese implizite Wahrscheinlichkeit. Eine Quote von 4.00 entspricht 25 Prozent, eine Quote von 1.25 entspricht 80 Prozent. So weit die Mechanik.

Ein Basketball liegt auf dem Parkett einer leeren Halle, von den Deckenlampen fällt gleichmässiges Licht auf den Boden.
Bei Jouez Sport beträgt der Mindesteinsatz online CHF 2 und der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten CHF 500.

Der zweite Bestandteil jeder Quote ist die Marge des Anbieters. Kein Buchmacher rechnet die Wahrscheinlichkeiten auf 100 Prozent, sondern auf weniger – typischerweise zwischen 92 und 97 Prozent, je nach Markt und Sport. Die fehlenden drei bis acht Prozent sind der Anteil, den der Veranstalter langfristig einbehält. Wer das nicht im Kopf hat, vergleicht Quoten, die sich um wenige Prozent unterscheiden, und deutet den Unterschied als Information über das Spiel – dabei sagt er vor allem etwas über die Marge des Hauses aus.

In der Schweiz fällt dieser Wettbewerb um die Quote weg. Es gibt zwei Anbieter, beide haben ein definiertes Vertragsgebiet, und beide liefern ihre Quoten nach den Vorgaben der Gespa. Wer «beste Wettquoten Anbieter» googelt, sucht eigentlich nach einer Auswahl, die in diesem Markt aus zwei Produkten besteht: Sporttip in der Deutschschweiz, im Tessin und in Liechtenstein, Jouez Sport in der Westschweiz. Dazu kommen ausländische Marken, die zwar im Netz erreichbar sind, aber keine Schweizer Bewilligung haben und in der Schweiz weder Aufsicht noch Beschwerdeweg geniessen.

Warum die «beste Quote» vom Markt abhängt

Die Marge ist nicht überall gleich. Auf den grossen Fussballmärkten – Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg – ist sie am engsten, weil dort das meiste Geld fliesst und die Quoten scharf gestellt werden. Bei Kombiwetten, exotischen Ligen oder Spezialwetten steigt sie deutlich. Wer mit kleinen Einsätzen auf klare Favoriten setzt, bezahlt eine niedrige Marge. Wer einen Sieger einer Aktie mit langer Quote sucht, eine Handicap-Wette im Frauenfussball oder einen Torschützen im Cup, bezahlt eine höhere. Das gilt für Sporttip und Jouez Sport gleichermassen, und es gilt für jede ausländische Marke, die ohne Schweizer Bewilligung arbeitet.

Eine einzelne Quote ist darum kein Urteil über die Qualität eines Anbieters. Eine tiefere Quote kann bedeuten, dass der Anbieter das Ereignis für wahrscheinlicher hält – oder dass er mehr Marge nimmt. Eine höhere Quote kann Grosszügigkeit sein oder das Zeichen, dass ein Anbieter ein Risiko ausgleichen will, das auf einer anderen Seite seines Buches offen steht. Wer Quoten vergleicht, vergleicht Wahrscheinlichkeiten plus Marge, nie eine für sich.

Der Markt macht die Quote, nicht die Marke

Die Quoten für das gleiche Spiel fallen zwischen Anbietern auseinander, weil jeder Anbieter sein eigenes Risikomodell hat und auf eigene Rechnung wettet. In Märkten mit vielen Anbietern zeigt dieser Wettbewerb seine Wirkung: die Quoten driften innerhalb weniger Sekunden, und der schärfste Preis wechselt mehrmals pro Minute den Anbieter. In der Schweiz fehlt dieser Wettbewerb. Sporttip und Jouez Sport stehen alleine, der Vergleich findet zwischen den beiden Produkten statt, und auf vielen Märkten gibt es überhaupt keinen Vergleich, weil nur einer der beiden Anbieter den Markt führt. Wer Quoten vergleichen will, vergleicht weniger die Anbieter als die Frage, in welchem Vertragsgebiet der eigene Wohnsitz liegt.

Die Rechtslage: warum es in der Schweiz nur zwei Anbieter gibt

Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel im Sinne des Bundesgesetzes über Geldspiele (BGS, SR 935.51, in Kraft seit dem 1. Januar 2019). Wer in der Schweiz Sportwetten anbieten will, braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS), und die Bewilligung gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Aufsichtsbehörde ist nicht die ESBK, die nur Casinos überwacht, sondern die Gespa – die Interkantonale Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern, gestützt auf das Geldspielkonkordat, das am 1. Januar 2021 in Kraft getreten ist.

Ein leerer Sitzungssaal mit langem Holztisch und Lederstühlen, durch hohe Fenster fällt Tageslicht auf den Boden.
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Sportwetten gestützt auf eine Interkantonale Vereinbarung vom 20. Mai 2019 (IKV 2020).

Die Kantone haben in der IKV 2020 festgelegt, dass es für Lotterien und Sportwetten genau zwei Veranstalter gibt: Swisslos, mit Sitz in Basel, für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein; und die Loterie Romande, mit Sitz in Lausanne, für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt und Wallis. Weitere Schweizer Veranstalter für Sportwetten gibt es nicht, und die Gespa publiziert keine Liste weiterer lizenzierter Buchmacher, weil es schlicht keine gibt. Was sie publiziert, ist die Sperrliste: eine Liste ausländischer Domains, die Schweizer Telekomanbieter per Sperrung blockieren.

Wer bei einem anderen Anbieter wettet, wettet also ohne Schweizer Bewilligung. Das ist kein Kleinkram: Wer in der Schweiz Sportwetten ohne Bewilligung anbietet, macht sich strafbar, im kommerziellen Fall mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe (Art. 130 BGS). Der Spieler selbst wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und der Spieler hat keinen Schweizer Beschwerdeweg.

Wer wann ein Konto eröffnen darf

Ein Online-Konto bei Swisslos oder bei der Loterie Romande setzt Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet voraus – die Deutschschweiz plus Tessin und Liechtenstein für Sporttip, die Westschweiz für Jouez Sport. Eine Registrierung ausserhalb dieses Gebiets ist nicht möglich. Wer umzieht, verliert in der Regel den Zugang, sobald die neue Adresse ausserhalb des Vertragsgebiets liegt. Für die Online-Registrierung verlangt Swisslos einen Identitätsnachweis, der gegen Adressdatenbanken geprüft wird; Minderjährige sind ausgeschlossen, und pro Person ist nur ein Konto zulässig. Sporttip-Wetten stehen ausschliesslich Personen ab 18 Jahren offen, und wer an einem Wettereignis als Athlet teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.

Werbung, Boni und die feine Linie

Das BGS verbietet aufdringliche oder irreführende Werbung sowie Werbung, die sich an Minderjährige oder gesperrte Personen richtet (Art. 74 BGS). Werbung für in der Schweiz nicht bewilligte Glücksspiele ist verboten und kann mit einer Busse bis zu CHF 500’000 sanktioniert werden (Art. 131 BGS). Gratiswetten und Gratisguthaben brauchen eine vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS); im Jahr 2025 hat die Gespa 24 solcher Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt. Werbung mit konkreten Bonusangeboten, Codes oder Aktionslinks für ausländische Anbieter ist in diesem Geschäftsfeld nicht gestattet – diese Seite beschreibt, sie bewirbt nicht.

Spielerschutz: wer in der Schweiz wettet, ist an Limiten gebunden

Die Schweiz setzt beim Spielerschutz nicht auf einen staatlichen Einzahlungsdeckel, sondern auf selbst gesetzte Verlustlimiten und ein Sperrsystem. Beide Schweizer Veranstalter sind verpflichtet, ihre Kundinnen und Kunden vor der ersten Wette tages-, wochen- und monatsbezogene Verlustlimiten setzen zu lassen (Art. 87 VGS); eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung frühestens nach 24 Stunden – Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren Bedingungen eine Frist von 72 Stunden an. Bei Swisslos liegt die Obergrenze für diese Limiten bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000; zudem ist eine freiwillige Einzahlungslimite für 30-Tage-Perioden möglich.

Wer sich selbst sperren will, kann bei Swisslos eine produktbezogene Sperre für 1 bis 180 Tage setzen, ohne vorzeitige Aufhebung. Eine unbefristete Spielsperre wird in das schweizweite Register eingetragen und gilt auch für Casinos, für Online-Casinos und im Fürstentum Liechtenstein. Eine selbst gewählte Sperre kann frühestens nach drei Monaten und nur mit einer spezialisierten Fachstelle aufgehoben werden (Art. 81 BGS, Art. 84 VGS). Ausgeschlossene oder minderjährige Spielerinnen und Spieler haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS).

Die Mauer des Sperrregisters

Das Sperrregister ist das stärkste Instrument im Schweizer System. Wer eingetragen ist, kann bei keinem der beiden Veranstalter mehr wetten, weder online noch an einer Verkaufsstelle. Wer sich nach drei Monaten freigeben lassen will, braucht eine Fachstelle, die den Schritt begleitet. Wer an einer Verkaufsstelle in einem anderen Kanton ein Los kauft, fällt durchs gleiche Register; die Sperre gilt schweizweit. Ausländische Anbieter sind nicht an dieses Register angeschlossen – wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung spielt, hat diesen Schutz nicht. Eine Spielsperre bei Swisslos oder Jouez Sport hindert niemanden, bei einem ausländischen Anbieter zu wetten, und umgekehrt.

Testkäufe der Gespa: kein Grund zu lernen

Die Gespa führt regelmässig Testkäufe an Verkaufsstellen durch. Im Jahr 2025 wurde bei 200 Testkäufen in 47.5 Prozent der Fälle einem Minderjährigen erfolgreich eine Sportwette verkauft. Das ist kein Zufallswert: Es sagt, dass der Schutz an Verkaufsstellen löchrig ist, und es warnt davor, den Schweizer Markt als sauber darzustellen, weil er bewilligt ist. Die Zahlen gehören in jede ehrliche Einordnung des Spielerschutzes, gerade weil sie unbequem sind.

Zahlungen und Auszahlungsgeschwindigkeit: Schweizer Konten, eigene Namen

Wer bei Sporttip oder Jouez Sport wettet, zahlt in Franken, und Gewinne gehen nur auf ein Konto im eigenen Namen. Schweizer Anbieter dürfen Gewinne und Spielguthaben ausschliesslich auf ein Zahlungskonto auszahlen, das auf den Namen der Kontoinhaberin oder des Kontoinhabers lautet (Art. 50 Abs. 2 VGS) – anonyme Auszahlungen, Krypto-Auszahlungen und Auszahlungen an Drittkonten sind nicht zulässig. Kredit an Spielerinnen und Spieler ist nach dem BGS ausgeschlossen (Art. 75 Abs. 1 BGS).

Aufladen des Swisslos-Wallets

Bei Swisslos lässt sich das Spielguthaben über Online-Zahlungsmittel oder einen Einzahlungsschein kaufen. Der Mindestbetrag liegt bei CHF 20 pro Aufladung; in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und der Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Swisslos akzeptiert unter anderem PostFinance Pay, bei dem die Transaktion direkt in der PostFinance App bestätigt wird. Welche weiteren Zahlungsmittel akzeptiert werden, ist eine Sache der Bedingungen jedes Anbieters.

Auszahlung bei Swisslos

Swisslos zahlt Spielguthaben innerhalb von 365 Tagen zweimal kostenlos auf ein Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto aus, das auf den eigenen Namen lautet. Ab der dritten Auszahlung innerhalb dieses Zeitraums kann eine Kommission von 3 Prozent erhoben werden, und die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstage. Gewinne aus Gratisspielguthaben aus Promotionen sind nicht auszahlbar. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut; Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto überwiesen.

Auszahlung bei Jouez Sport

Bei der Loterie Romande gehen Gewinne ebenfalls auf ein Konto im eigenen Namen; die genauen Modalitäten, Fristen und Kommissionen stehen in der Réglement Jouez Sport (17e édition, September 2024). Wer in der Westschweiz spielt, findet die Bedingungen direkt beim Anbieter – sie sind Teil der Spielregeln, nicht der Werbung.

Warum das hier wichtig ist

Die Bedingungen klingen technisch, aber sie bestimmen, wie schnell das Geld nach einem Gewinn auf dem eigenen Konto ist, und sie schneiden ausländische Zahlungsmethoden wie Krypto-Wallets oder ausländische E-Wallets weg. Wer mit Franken wettet, ein Schweizer Konto hat und auf ein Konto im eigenen Namen auszahlen will, ist im System der beiden Schweizer Veranstalter richtig. Wer mit anderen Währungen, Krypto oder Drittkonten liebäugelt, ist es nicht.

Quoten für Turniere und Tagesspiele: was die Markteinschätzung kann und was nicht

Quoten für eine Weltmeisterschaft, eine Europameisterschaft oder ein Bundesligaspiel am Abend sind das, was die Leute meistens suchen. Sie sind auch das, was am häufigsten falsch gelesen wird, weil sie wie Prognosen aussehen, aber Anbieterquoten sind.

Eine Quote von 5.00 auf den Weltmeister sagt nicht: «Dieses Team gewinnt mit einer Chance von 20 Prozent». Sie sagt: «Dieser Anbieter bewertet die Wahrscheinlichkeit, korrigiert um seine Marge, mit ungefähr 18 bis 19 Prozent». Der Unterschied ist klein, aber entscheidend. Eine Marge von 5 Prozent auf einem Turnierwetten-Markt bedeutet, dass die Summe der reziproken Quoten aller Kandidaten 1.05 ergibt statt 1.00 – und genau diese Marge verzerrt jede einzelne Quote nach unten.

Warum Turnierquoten volatil sind

Vor dem Turnierbeginn sind die Quoten instabil. Verletzungen, Sperren, News über den Kader, Verschiebungen im Wettvolumen – jeder Input verschiebt das Buch des Anbieters. Wer am Tag vor dem Eröffnungsspiel eine Quote für den Weltmeister sieht, sieht eine Momentaufnahme, die sich bis zum Anpfiff mehrmals geändert hat und sich weiter ändern wird. Wer am Tag des Finalspiels noch einmal nachschaut, sieht eine andere Quote, weil das Buch inzwischen weiss, wer überhaupt noch im Turnier ist.

Eine Kombiwette auf den Weltmeister aus den frühesten Quoten mitzunehmen hat nichts mit «besserer Information» zu tun. Es ist ein anderes Risiko: Die Quote, die heute attraktiv aussieht, kann morgen nur noch darauf wetten, dass das Turnier überhaupt stattfindet.

Tagesspiele: kurzfristige Märkte

Bei Tagesspielen sind die Quoten am stabilsten, aber auch am schnellsten. Eine Stunde vor Spielbeginn hat der Anbieter ein fast vollständiges Bild der Wetten, die auf dem Markt liegen, und die Quoten reagieren nur noch auf News – Aufstellung, Wetter, taktische Verschiebungen. Während des Spiels sind die Quoten in ständiger Bewegung; jede Torchance, jede gelbe Karte, jede Auswechslung verändert die Wahrscheinlichkeitsschätzung. Wer live wettet, wettet auf die Einschätzung des Anbieters in diesem Moment, nicht auf das Ergebnis.

Das gilt für Fussball, Handball, Eishockey und die anderen grossen Schweizer Märkte gleichermassen. Was sich unterscheidet, ist die Marge: Auf den grossen Fussballmärkten ist sie am niedrigsten, auf Spezialwetten am höchsten.

Warum Quoten keine Prognosen sind

Eine Prognose ist eine Aussage über die Zukunft mit einer Wahrscheinlichkeit und einer Begründung. Eine Anbieterquote ist eine Aussage über die Wahrscheinlichkeit plus eine Marge, und die Marge wird nicht ausgewiesen. Wer eine Quote als Prognose liest, sieht die Marge nicht. Wer eine Quote als Marge liest, sieht die Wahrscheinlichkeit nicht. Beides zu verlangen ist zu viel von einer einzelnen Anbieterquote, und es ist der Grund, warum kein Anbieter eine Quote in eine Prognose umrechnen kann, ohne seine eigene Marge zu publizieren – was er nicht tut.

Wettmärkte und Wettarten: von Einzelwette bis Bet Builder

Eine Wettquote steht nie allein. Sie gehört zu einem Markt, und der Markt hat eigene Regeln. Wer in der Schweiz wettet, bewegt sich innerhalb einer geschlossenen Liste: Die Gespa führt eine Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen (Stand 10.09.2026, gestützt auf Art. 25 BGS und Art. 29 VGS). Was nicht auf dieser Liste steht, darf nicht angeboten werden. Die Liste zeigt keine Eckball- oder Kartenmärkte und keinen Esports-Bereich; Qualifikationsrunden nur, wenn sie gelistet sind; Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind; Rangwetten nur, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen.

Einzelwette, Kombiwette, Systemwette

Die drei Grundformen sind bei Sporttip und Jouez Sport identisch definiert. Eine Einzelwette setzt auf eine Voraussage, eine Kombiwette auf zwei bis zehn Voraussagen (bei Jouez Sport; bei Sporttip sind Kombiwetten in den Bedingungen offen gelassen), eine Systemwette kombiniert mehrere Wetten so, dass auch dann ein Gewinn bleibt, wenn nicht alle Voraussagen eintreffen. Die Quote einer Einzelwette multipliziert sich in der Kombiwette mit den anderen zu einer Gesamtquote, und der Gewinn errechnet sich aus Einsatz mal Gesamtquote – mit den Eigenheiten der Rundung, auf die diese Seite später eingeht.

Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die «Bet-Builder-Funktion» kombiniert. Wer zwei abhängige Voraussagen ohne diese Funktion in eine Kombiwette packt, riskiert, dass die ganze Kombiwette für ungültig erklärt und der Einsatz zurückerstattet wird. Die Funktion ist also nicht ein Bonus, sondern eine Voraussetzung.

Livewetten und Cash-Out

Livewetten sind in der Schweiz erlaubt, vor Spielbeginn und während des Spiels, sofern der Anbieter eine entsprechende Bewilligung hat. Bei Sporttip gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird – die Übertragung ist ein Service, nicht eine Bedingung. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit der Quote 1.00; in spielentscheidenden Situationen (Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid) kann Swisslos Wetten ebenfalls mit der Quote 1.00 werten.

Cash-Out bei Sporttip gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und es besteht keine Garantie, dass Cash-Out für jeden Markt angeboten wird. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche Gewinn ohne vorzeitige Auszahlung, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden.

Bei der Loterie Romande ist Cash-Out, soweit öffentlich dokumentiert, nicht in der Réglement Jouez Sport (17e édition, September 2024) als Pflichtbestandteil verankert; ob und wie Cash-Out angeboten wird, hängt von den jeweiligen Online-Bedingungen ab. Wer auf Cash-Out setzt, prüft die Bedingungen des Anbieters.

Kombiboost und Quotenboost

Bei Sporttip gibt es einen Kombiboost: Er gilt nur online (Prematch, Live, Systemwetten) und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert; Cash-Out und ein Cash-Out nach Boost-Aktivierung führen zum Verfall des Boosts.

Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide Boosts sind pro Spielerin oder Spieler nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und verfallen bei Cash-Out.

Die Loterie Romande arbeitet mit ähnlichen Mechaniken; die genauen Bedingungen sind in den Online-Bedingungen von Jouez Sport festgehalten und können sich von jenen der Sporttip unterscheiden. Wer Boosts nutzt, prüft beide Sätze von Bedingungen.

Rundung des Gewinns: das Kleingedruckte, das zählt

Bei Sporttip ergibt sich der Gewinnbetrag aus dem Einsatz mal der Quote, bei Kombinationen aus dem Einsatz mal der Gesamtquote (Produkt der Einzelquoten). Der Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Eine Wette mit Einsatz CHF 20 und Quote 2.10 ergibt rechnerisch CHF 42.00, was gerundet genau bleibt; eine Wette mit Quote 2.07 ergäbe CHF 41.40, was auf zwei Stellen CHF 41.40 bleibt, auf 5 Rappen abgerundet CHF 41.40. Das klingt marginal, aber auf den Rappen genau addieren sich die Differenzen über ein Jahr.

Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos. Eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenen Brief zu erheben.

Wie eine Quote entsteht: die Rechnung hinter der Zahl

Eine Quote von 1.90 / 1.90 auf einen Zweier-Markt – etwa «Heimsieg ja oder nein» – wirkt auf den ersten Blick fair. Beide Ausgänge werden gleich bewertet, beide ergeben die gleiche implizite Wahrscheinlichkeit von etwa 52.6 Prozent, und die Summe der Wahrscheinlichkeiten ist 105.3 Prozent. Die fehlenden 5.3 Prozent sind die Marge.

Wer das nachrechnet: Die Auszahlungsquote eines Zweier-Markts mit beiden Seiten zu 1.90 ergibt 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 1 ÷ (2/1.90) = 1.90/2 = 0.95, also 95 Prozent. Die Marge ist 100 Prozent – 95 Prozent = 5 Prozent.

Eine Marge von 5 Prozent ist ein typischer Wert für einen grossen, scharf gestellten Markt. Auf kleineren Märkten, exotischen Ligen oder Kombiwetten steigt sie; auf den grössten Fussballmärkten liegt sie oft näher bei 2 bis 3 Prozent. Eine Marge von 5 Prozent bedeutet: Von jedem Franken Einsatz, der über alle Ausgänge verteilt wird, behält der Anbieter langfristig 5 Rappen. Eine Marge von 8 Prozent bedeutet: 8 Rappen.

Die Quote ist also nie ein «Preis» im klassischen Sinn, sondern eine Wahrscheinlichkeit plus Marge. Wer Quoten vergleicht, vergleicht Wahrscheinlichkeiten plus Margen, und der Unterschied zwischen 1.90 und 1.95 ist nicht 5 Prozent mehr Gewinn, sondern 2.6 Prozent weniger implizite Wahrscheinlichkeit auf der Heimmannschaft – oder, je nach Sichtweise, 2.6 Prozent mehr Marge für den Anbieter.

Die Logik hinter der Marge gehört zum Grundwortschatz jeder Wettquote. Wer eine Quote sieht, ohne die Marge mitzudenken, sieht nur die halbe Information.

Einsatzlimiten und Höchstgewinne: was in Franken gilt

Die Schweizer Veranstalter setzen ihre eigenen Limiten, und sie tun es mit deutlichem Abstand.

Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Die Mindestquote pro Voraussage in einer Kombiwette ist nicht in den Spielregeln festgelegt; bei Boosts gilt die Mindestquote 1.50.

Bei Jouez Sport beträgt der Mindesteinsatz online CHF 2, an Verkaufsstellen CHF 3, und für Multiples ebenfalls CHF 2. Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 500; ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei CHF 300’000; für alle Gewinne eines Multiples zusammen liegt er bei CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen; die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.

Die beiden Sätze unterscheiden sich also nicht in der Grössenordnung, sondern in der Logik. Sporttip erlaubt höhere Einzel- und Kombieinsätze, dafür einen tieferen Systemeinsatz und kein expliziter Höchstgewinn in den Regeln. Jouez Sport kappt den Einzel- und Kombieinsatz früher, dafür mit klaren Gewinn-Deckeln und einem maximalen Multiple-Einsatz von CHF 7’500.

Steuern auf Wettgewinne: was die Schweiz verlangt, was die Kantone verlangen

Gewinne aus Schweizer Grossspielen, zu denen Sportwetten gehören, sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 (im Jahr 2025 lag er bei CHF 1’070’400); die Kantone setzen eigene Freibeträge, die je nach Kanton tiefer oder höher liegen können. Über dem Freibetrag zieht der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Ein typischer Wettgewinn liegt deutlich unter dem Freibetrag: keine Einkommenssteuer, keine Verrechnungssteuer.

Gewinne aus ausländischen Sportwetten unterliegen keiner Verrechnungssteuer, dafür der kantonalen Steuerpraxis. Der Kanton Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig vom Betrag als voll steuerbares Einkommen. Andere Kantone handhaben es anders; die einzig verlässliche Auskunft gibt die kantonale Steuerverwaltung oder ein Steuerberater. Es gibt keine Schweizer Wettsteuer auf den Einsatz – diese Vorstellung hält sich im Ausland, in der Schweiz ist sie nicht zutreffend.

Die Anbieter im Überblick

Die folgende Tabelle ordnet die Schweizer Veranstalter und die ausländischen Marken ein, die im Schweizer Netz erreichbar sind. Sie ist keine Empfehlung für die ausländischen Marken – sie ist eine Einordnung, was sie sind und was sie nicht sind.

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalter / berichtete Lizenz
Swisslos Sporttip Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS (SR 935.51) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel; Produkt Sporttip
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS (SR 935.51) Société de la Loterie de la Suisse Romande; Produkt Jouez Sport
GG.BET ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht festgestellt, keine Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS); Domain kann auf der Gespa-Sperrliste stehen
Roobet ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht festgestellt, keine Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS); Domain kann auf der Gespa-Sperrliste stehen
Betwinner ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht festgestellt, keine Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS); Domain kann auf der Gespa-Sperrliste stehen
Betclic ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht festgestellt, keine Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS); Domain kann auf der Gespa-Sperrliste stehen
BetOnRed ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht festgestellt, keine Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS); Domain kann auf der Gespa-Sperrliste stehen
Bettilt ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht festgestellt, keine Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS); Domain kann auf der Gespa-Sperrliste stehen
Betscore ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht festgestellt, keine Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS); Domain kann auf der Gespa-Sperrliste stehen
FortuneJack ohne Schweizer Bewilligung Lizenz nicht festgestellt, keine Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS); Domain kann auf der Gespa-Sperrliste stehen

Die Tabelle zeigt zwei Sorten von Marken, die nicht in dieselbe Kategorie gehören. Die Schweizer Veranstalter führen die Sportwetten, die in der Schweiz legal sind, unter Aufsicht der Gespa, mit einer Schweizer Bewilligung, mit Schweizer Konten, mit Sperrregister, mit Verlustlimiten, mit kantonaler Steuerpraxis. Die ausländischen Marken führen ausländische Lizenzen, die in der Schweiz keine Kraft haben; ihre Domains können auf der Gespa-Sperrliste stehen, die Schweizer Telekomanbieter blockieren; sie sind nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, sie kennen keine Schweizer Selbstsperre, und es gibt keinen Schweizer Beschwerdeweg.

Swisslos Sporttip: der Deutschschweizer Standard

Swisslos, mit Sitz in Basel, betreibt die Sportwetten unter dem Namen Sporttip, gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Das Vertragsgebiet umfasst 19 Deutschschweizer Kantone (AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH), den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Wer in diesen Gebieten wohnt, kann ein Konto eröffnen; wer ausserhalb wohnt, kann keines eröffnen.

Die Wettauswahl folgt der Gespa-Liste. Sporttip führt die grossen Fussballmärkte – 1X2, Handicap, Über/Unter Tore, Torschützen – ebenso wie eine breite Auswahl an Eishockey, Handball, Tennis, Basketball und Wintersport. Die Quoten werden nach den Vorgaben der Aufsicht gestellt; eine Vergleichsmöglichkeit innerhalb des Schweizer Markts gibt es nur über die Loterie Romande, die parallel das gleiche Angebot führt.

Der Mindesteinsatz liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 pro Systemwette. Das Wallet lässt sich per Online-Zahlungsmittel oder Einzahlungsschein aufladen, mit einem Tages- und Monatslimit. Auf Gewinne gibt es innerhalb von 365 Tagen zwei Gratis-Auszahlungen, ab der dritten Auszahlung fällt eine Kommission von 3 Prozent an; die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstage.

Der Kombiboost und die Quotenboosts sind online verfügbar, mit klaren Bedingungen: mindestens vier Voraussagen mit Mindestquote 1.50 für den Kombiboost, Prematch-Einzelwetten für den Quotenboost, jeweils einmal pro Spielerin oder Spieler und mit Einsatz- und Gewinnlimiten. Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online, nur als vollständiges Cash-Out, ohne Teilauszahlung, ohne Garantie pro Markt. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche Gewinn ohne vorzeitige Auszahlung.

Die Verlustlimiten (1, 7 und 30 Tage) werden vor der ersten Wette gesetzt, mit einer Obergrenze von CHF 9’999 und CHF 1’000 für unter 21-Jährige. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Wer sich selbst sperren will, kann eine produktbezogene Sperre von 1 bis 180 Tagen setzen, ohne Aufhebung vor Fristablauf; eine unbefristete Spielsperre wird schweizweit registriert.

Was Sporttip von der Konkurrenz abhebt: das Vertragsgebiet, die Sprache, das Wallet- und Limitsystem, die Verbindung zum Sperrregister. Wer in der Deutschschweiz oder im Tessin wohnt, hat an Sporttip keinen Weg vorbei, weil es schlicht der einzige Veranstalter im Vertragsgebiet ist. Das ist keine Stärke im wettbewerblichen Sinn – es ist die Marktstruktur.

Loterie Romande Jouez Sport: die Westschweizer Variante

Die Loterie Romande betreibt die Sportwetten unter dem Namen Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt und Wallis; als Sitz nennt sie Lausanne (Avenue de Provence 14), mit 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitenden. Wer in der Westschweiz wohnt, kann ein Konto eröffnen; wer in der Deutschschweiz wohnt, kann keines eröffnen. Die Loterie Romande ist nicht die Westschweizer Ausgabe von Sporttip – sie ist ein eigener Anbieter mit eigener Réglement, eigenen Limiten und eigenem Produkt.

Die Wettauswahl folgt der gleichen Gespa-Liste wie Sporttip; die konkrete Marktabdeckung kann sich unterscheiden, etwa in der Anzahl der angebotenen Ligen oder Spezialwetten. Wer Quoten vergleichen will, vergleicht die beiden Anbieter in den Märkten, die beide führen – Fussball 1X2, Handicap, Tore, Eishockey 1X2 – und stellt fest, dass die Quoten sich oft um wenige Hundertstel unterscheiden. Welcher der beiden Anbieter in welchem Markt die bessere Quote hat, hängt vom Risikomanagement und der Liquidität ab, nicht von einer grundsätzlichen Preisstrategie.

Der Mindesteinsatz online liegt bei CHF 2 (an Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2), der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten bei CHF 500; ein Multiple-Wettschein darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen bei CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Quote muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Die Höchstgewinne sind also klar definiert, während sie bei Sporttip nicht in den Spielregeln stehen – ein Unterschied, der für Hochgewinn-Szenarien relevant ist.

Die Réglement Jouez Sport (17e édition, September 2024) regelt die Spielregeln inklusive Mindest- und Höchsteinsätze, Quotenbandbreiten, Höchstgewinne und das Verhalten bei abgesagten oder verschobenen Ereignissen. Wer in der Westschweiz wettet, liest diese Réglement; sie ist Teil der Spielregeln, nicht der Werbung.

Was Jouez Sport von Sporttip unterscheidet: tiefere Höchsteinsätze (CHF 500 statt CHF 1’000), klare Höchstgewinne, eine separate Réglement, das Vertragsgebiet Westschweiz, eine eigene Verlustlimit-Logik, eigene Verkaufsstellen. Praktisch ist die Loterie Romande für Westschweizer Spielerinnen und Spieler dasselbe wie Sporttip für Deutschschweizer: der einzige Veranstalter im Vertragsgebiet.

Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung

Die Tabelle nennt acht ausländische Marken – GG.BET, Roobet, Betwinner, Betclic, BetOnRed, Bettilt, Betscore, FortuneJack. Was sie gemeinsam haben, ist das Fehlen einer Schweizer Bewilligung. Was sie voneinander unterscheidet, ist Geschäftsmodell, Sitz, Lizenzgeber und Marktauftritt; keine dieser Eigenschaften hat in der Schweiz Kraft.

Eine ausländische Lizenz, gleich ob aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land, gilt in der Schweiz nicht (Art. 4 BGS). Wer bei einem dieser Anbieter wettet, wettet ohne Schweizer Aufsicht, ohne Schweizer Sperrregister, ohne Schweizer Beschwerdeweg. Der Anbieter kann auf der Gespa-Sperrliste stehen; seine Domain wird in der Schweiz per DNS-Sperre blockiert; das ändert nichts daran, dass die Marke im Netz weiterhin Spielerinnen und Spieler wirbt, oft mit besseren Quoten oder höheren Boni, als die Schweizer Veranstalter bieten können.

Diese Seite beschreibt diese Marken, sie bewirbt sie nicht. Werbung für in der Schweiz nicht bewilligte Glücksspiele ist nach Art. 74 Abs. 3 BGS verboten und kann mit einer Busse bis zu CHF 500’000 sanktioniert werden. Die folgenden Absätze geben keinen Werbecharakter, sondern ordnen ein.

Was die Marken versprechen und was sie nicht halten

Die ausländischen Marken werben mit besseren Quoten, höheren Boni, schnelleren Auszahlungen, mehr Märkten. Sie können das in ihren Lizenzgebieten halten, und sie können es in der Schweiz nicht halten, weil die Schweiz diese Lizenzgebiete nicht anerkennt. Eine «bessere Quote» auf der ausländischen Plattform ist eine Quote ohne Schweizer Bewilligung, ohne Schweizer Aufsicht, mit ausländischer Beschwerdestelle. Wer dort gewinnt, hat das Recht auf das Geld – aber nicht den Schweizer Weg, es notfalls einzutreiben.

Die Gespa veröffentlicht die Sperrliste der Domains, die in der Schweiz blockiert werden. Wer eine dieser Domains erreicht, hat ein Schlupfloch – einen anderen DNS-Server, ein VPN, ein anderes Netz – und wer ein solches Schlupfloch benutzt, spielt auf eigenes Risiko. Das Risiko umfasst: keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister, keine Schweizer Selbstsperre, keine Schweizer Beschwerdestelle, eine ausländische Lizenz, die in der Schweiz keine Kraft hat, eine ausländische Gerichtsbarkeit, und im Streitfall das ausländische Recht.

Warum sie in der Vergleichstabelle stehen

Eine Vergleichstabelle ohne ausländische Marken wäre unvollständig, weil Spielerinnen und Spieler in der Schweiz diese Marken sehen, auf sie stossen, mit ihnen vergleichen. Eine Vergleichstabelle mit ausländischen Marken ohne Einordnung wäre irreführend, weil sie so täte, als wären sie gleichwertig. Diese Tabelle ordnet sie ein, ohne sie zu bewerben: Sie listet sie als Lizenzen ohne Schweizer Bewilligung, mit der Anmerkung, dass ihre Lizenz in der Schweiz keine Kraft hat und ihre Domain auf der Gespa-Sperrliste stehen kann.

Welcher Anbieter für welchen Wettenden

Die Wahl zwischen den beiden Schweizer Veranstaltern ist keine Wahl zwischen Angeboten, sondern zwischen Vertragsgebieten. Wer in der Deutschschweiz, im Tessin oder in Liechtenstein wohnt, wettet bei Sporttip; wer in der Westschweiz wohnt, wettet bei Jouez Sport. Wer in beiden Gebieten wohnt – etwa ein Pendler mit zwei Wohnsitzen – wettet bei dem Anbieter, in dessen Vertragsgebiet der Hauptwohnsitz liegt.

Die Wahl zwischen einem Schweizer Veranstalter und einem ausländischen Anbieter ist keine Frage der Quote, sondern eine Frage des Rechts und des Schutzes. Der Schweizer Veranstalter bietet Aufsicht, Sperrregister, Verlustlimiten und einen Beschwerdeweg. Der ausländische Anbieter bietet möglicherweise eine bessere Quote, einen höheren Bonus und eine breitere Marktliste – aber ohne den Schweizer Rahmen. Wer den Schweizer Rahmen will, wählt den Schweizer Veranstalter. Wer ihn nicht will oder nicht braucht, handelt auf eigene Verantwortung.

Was die Tabelle nicht zeigt: die persönliche Passung. Wer gern live wettet, prüft das Livewetten-Angebot; wer gern Kombiwetten mit vielen Voraussagen baut, prüft die Einsatzlimiten und die Mindestquoten; wer ein begrenztes Budget hat, prüft die Mindesteinsätze und die Verlustlimiten; wer auf hohe Gewinne setzt, prüft die Höchstgewinne. Die folgende Aufstellung fasst die Wahl anhand typischer Spielerprofile zusammen.

Gelegenheitsspielerin oder Gelegenheitsspieler mit kleinem Budget

Wer nur ab und zu mit kleinen Einsätzen wettet, ist im System beider Veranstalter gut aufgehoben: Mindesteinsätze von CHF 1 (Sporttip) oder CHF 2 (Jouez Sport online) machen den Einstieg leicht, und die Verlustlimiten sind selbst zu setzen. Die Loterie Romande hat mit CHF 500 einen tieferen Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten, was für kleine Budgets kein Nachteil ist. Wer mit grossen Einsätzen spielen will, ist bei Sporttip mit CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette besser bedient.

Hochgewinn-Jägerin oder Hochgewinn-Jäger

Wer auf hohe Einzelgewinne aus ist, achtet auf die Höchstgewinne: Bei Jouez Sport sind CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 1’000’000 pro Multiple definiert. Bei Sporttip sind die Höchstgewinne nicht in den Spielregeln festgelegt – sie ergeben sich aus Höchsteinsatz mal maximaler Quote. Für sehr hohe Gewinne ist Jouez Sport die transparentere Wahl, weil das Limit im Regelwerk steht.

Live-Fan

Wer auf Livewetten setzt, achtet auf das Live-Angebot und auf Cash-Out. Sporttip bietet Livewetten und Cash-Out online, vor Spielbeginn und live, aber nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Cash-Out ist nicht für jeden Markt garantiert. Bei Jouez Sport ist Cash-Out nicht in der Réglement verankert; die Online-Bedingungen geben den aktuellen Stand.

Pendler zwischen Vertragsgebieten

Wer im Grenzgebiet lebt und in beiden Vertragsgebieten wohnt, kann nur ein Konto bei einem Anbieter führen – pro Person ist nur ein Konto zulässig. Bei einem Umzug verliert man in der Regel den Zugang zum bisherigen Anbieter, sobald die neue Adresse ausserhalb des Vertragsgebiets liegt.

Wer mit Krypto oder ausländischen Zahlungsmitteln zahlen will

Wer mit Krypto oder ausländischen E-Wallets zahlen will, ist im System beider Schweizer Veranstalter ausgeschlossen: Gewinne gehen nur auf ein Konto im eigenen Namen (Art. 50 Abs. 2 VGS), Krypto-Auszahlungen gibt es nicht. Wer diese Zahlungsmittel will, ist auf ausländische Anbieter angewiesen – mit allen Folgen, die diese Seite bereits beschrieben hat.

Wann eine Quote die richtige ist: wann ein Vergleich Sinn macht

Der Vergleich zwischen zwei Quoten lohnt sich, wenn er wirklich zwei Quoten auf dasselbe Ereignis vergleicht. Eine Quote von 1.90 auf Heimsieg beim gleichen Spiel, bei beiden Anbietern, zur gleichen Zeit, mit dem gleichen Stand der Verletzungen und der Aufstellung – das ist ein fairer Vergleich. Eine Quote von 2.10 bei einem Anbieter gegen 1.85 bei einem anderen, weil der eine Anbieter noch nicht die Nachricht von der Verletzung des Schlüsselspielers erhalten hat – das ist kein fairer Vergleich, das ist ein Zeitvorteil.

Einige Grundsätze, die bei jedem Vergleich helfen:

Wer das nicht beachtet, vergleicht nicht Quoten, sondern Lärm.

Häufige Fragen zu Wettquoten in der Schweiz

Wie wird eine Wettquote berechnet und welche Marge ist darin enthalten?

Eine Quote ist der Kehrwert der geschätzten Wahrscheinlichkeit, plus die Marge des Anbieters. Eine Quote von 2.00 entspricht rechnerisch 50 Prozent Wahrscheinlichkeit; liegt die Marge bei 5 Prozent, bewertet der Anbieter den Ausgang tatsächlich mit etwa 47.6 Prozent. Auf einem Zweier-Markt mit beiden Seiten zu 1.90 ergibt sich eine Auszahlungsquote von 95 Prozent und eine Marge von 5 Prozent. Die Marge fliesst in jede einzelne Quote ein, ohne ausgewiesen zu werden – sie zeigt sich erst, wenn man alle Quoten eines Marktes zusammennimmt.

Was bedeutet eine Quote von 2.10 für einen Gewinn bei einem Einsatz von CHF 20?

Der Gewinn berechnet sich aus dem Einsatz mal der Quote: 20 × 2.10 = 42.00 Franken, davon 20 Franken Einsatz zurück, 22 Franken Nettogewinn. Bei Sporttip wird der Betrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei einer Quote mit ungeraden Nachkommastellen kann die Rundung den Betrag um wenige Rappen anheben oder senken, bei einer Quote mit glatten Nachkommastellen bleibt der Betrag unverändert.

Wie entstehen Quoten für einen Turniersieger bei einer Weltmeisterschaft oder Europameisterschaft?

Der Anbieter bewertet jeden Kandidaten mit einer Wahrscheinlichkeit, korrigiert um seine Marge. Vor dem Turnier sind die Quoten volatil, weil Verletzungen, Sperren und Wettvolumen die Bewertung verschieben. Eine Woche vor Turnierbeginn sind die Quoten typischerweise am stabilsten, danach bewegen sie sich mit dem Turnierverlauf weiter. Eine Anbieterquote ist eine Marktmeinung, keine Prognose – sie schliesst die Marge ein und wird gleich von der Spielstärke, der Form und der Auslosung beeinflusst.

Warum ändern sich Livewetten-Quoten so schnell?

Live-Quoten ändern sich, weil das Spiel sie ändert. Jede Torchance, jede gelbe Karte, jede Auswechslung verändert die geschätzte Wahrscheinlichkeit der Spielausgänge, und der Anbieter passt die Quoten entsprechend an. Bei Sporttip gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen (Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter) kann Swisslos Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten.

Wie wird der Gewinnbetrag aus Einsatz und Quote gerundet?

Bei Sporttip wird der Gewinnbetrag – Einsatz mal Quote, bei Kombinationen Einsatz mal Gesamtquote – zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos; eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenen Brief zu erheben. Bei der Loterie Romande gelten die Regeln der Réglement Jouez Sport (17e édition, September 2024).

Welche Organisatoren dürfen in der Schweiz Quoten für Sportwetten stellen?

In der Schweiz dürfen nur Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport Sportwetten anbieten. Beide haben eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) und werden von der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern) überwacht. Swisslos bedient die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein, die Loterie Romande die sechs Westschweizer Kantone. Weitere Schweizer Veranstalter für Sportwetten gibt es nicht; jede andere Marke, die in der Schweiz Sportwetten anbietet, hat keine Schweizer Bewilligung und keine Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS).

Erstellt vom Redaktionsteam „Wettprognoseportal”.

Quotenrechner für Sportwetten 2026: Reingewinn, Kombi und Systemwetten
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